Inzwischen sind schon wieder vier Tage vergangen, seit ich nach Hause gekommen bin!
Meine letzten Tage in Kanada waren stressig und bis in die letzte Minute geplant, sodass ich wenig Zeit zum Schreiben fand! Am Mittwoch meiner letzten Woche fand eine kleine Abschiedspoolparty inklusive 'bonfire' bei mir statt. Megan, Marc, Heather, Marc, Vittorio, Hannah, Marie und später auch Caspar waren da und alles in Allem war es ein gelungener Abend!
Donnerstag den 28.6. fand dann die Graduation der Oak Park High School statt. Mittags habe ich erst einmal mit Hannah und Marie das Deutschland-Italien - Spiel gesehen. Für die folgende Frustation war allerdings wenig Zeit, da Marie und ich uns für das 'dinner' der Graduation fertig machen musten. Nachdem Marie's Kleid noch gerissen ist und die Nerven schonmal total blank lagen, hatten wir auch noch unseren ersten Streit - nicht zu gering! Naja, eine halbe Stunde später haben wir schon wieder darüber gelacht. Mein Zimmer war allerdings das reinste Chaos, als wir es verließen! Dann ging es los ins 'Victoria Inn', ein Hotel, in dem das 'dinner' und die darauffolgende Party, auch 'safe grad' genannt, stattfinden sollten. Alle Mädchen trugen total schöne, bodenlange Kleider und hatten die aufwendigsten Hochsteckfrisuren! Dann ging es auf die Suche nach Andrea, mit der ich an einem Tisch sitzen sollte. Außerdem waren noch ihre leiblichen Eltern, Irene und deren Gastfamilie und Enrico mit an unserem Tisch. Am Anfang wurden noch ein paar Reden gehalten und dann ging das Festmahl auch schon los! Zuerst gab es eine Käsesuppe, gefolgt von einem Salat. Anschließend gab es 'chicken', Zuccini und Kartoffelpuree. Das 'dessert' bestand aus einem Schokokuchen (mein Favorit des Abends :D ). Das Essen war eigentlich ganz gut, nur viiiel zu viel! Das ganze zog sich über ca. drei Stunden hin. Danach haben sich alle Grads umgezogen und der Raum wurde in einen Partysaal umgestaltet. In diesem befand sich ein Buffett (als hätten wir nicht schon genug gehabt), eine Bar, Tische und Stühle (warum auch immer), eine Tanzfläche mit DJ und gefühlte hundert Lehrer und Security-Leute! Deswegen auch SAFE Grad! Am Anfang war die Party ein wenig lahm, doch je später der Abend wurde und je mehr die Leute intus hatten, desto besser wurde auch die Stimmung. Die Tanzfläche füllte sich nach und nach. Die ganze Party ging bis morgens um 4 Uhr und war auch zusammenfassend sehhr gut! Am Ende mussten die Eltern kommen und ihre "kids" abholen! Dabei mussten sie noch ein Formular unterschreiben, niemand konnte die Party alleine verlassen. So bestand keine Gefahr, dass betrunkene Schüler noch Auto fahren oder sonstige Dinge passieren. Bis wir (Joanne, Marie und ich) das Hotel verlassen hatten, war es schon morgens um 5 und bis ich im Bett war morgens um 6 Uhr. Am nächsten Tag habe ich dann mehr oder weniger bis nachmittags geschlafen! Am Abend fand bei Marie dann noch ein Abschiedsbarbeque statt. Der folgende Tag sollte dann mein letzter sein. Am Morgen musste ich mit Marie nochmal in den Polo Park, um für diese noch einen zweiten Koffer zu kaufen. Anschließend waren wir noch ein bisschen mit Joanne einkaufen, haben danach Abschiedsfotos im 'english garden' gemacht und am Abend haben wir uns dann mit Marie's Familie im "Gasthaus Gutenberger", dem deutschen Restaurant in Winnipeg, getroffen. Die Nacht hat Marie dann (unerlaubterweise) bei mir verbracht. Von schlafen war alledings nicht groß die Rede. Mein Zimmer war noch voll mit meinen Sachen, Marie und ich saßen jedoch bei Titanic Musik heulend und Arm in Arm auf meinem Bett. Als die Uhr nachts um 3 anzeigte, wusste ich nichtmal, wie viel meine Koffer wiegen würden. Als die Waage später jedoch 25 kg anzeigte, kam Panik auf! Das bedeutete insgesamt 4 kg Übergewicht! Die Koffer wurden wieder geöffnet und Sachen flogen durch die Gegend und anschließen in die Tonne. Zwei Paar Schuhe, eine Hose, mein Englischwörterbuch und einige andere Kleinigkeiten mussten dran denken. Anschließend sind Marie und ich wortwörtlich ins Bett gefallen. Nach 1,5 Stunden klingelte allerdings schon wieder der Wecker und der ganze Stress fing wieder von vorne an. Die letzten Sachen wurden gepackt, das Zimmer aufgeräumt und das Frühstück runtergeschlungen. Danach flossen die ersten Tränen bei meiner Familie und mir. Dennis kam, um sich zu verabschieden und dann wurde auch schon das Auto eingepackt. Letzte Fotos wurden geschossen und dann habe ich zum letzten Mal die Tür geschlossen, mit der Hoffnung, nichts vergessen zu haben.
Am Flughafen angekommen, kam die Angst wieder hoch - meine Koffer sollten gewogen werden und ich wusste bis dahin nicht, ob es passen würde. Der erste zeigte 21,7 kg an und mir viel der größte Stein vom Herzen. Auch der zweite Koffer war okay - 22,7 kg! Kurz darauf, saß ich aufgeregt mit meiner letzten 'french vanilla' (tim hortons) auf einer Bank und wartete auf meinen Flug. Die Zeit flog jedoch nur so dahin und schon ging es los. Ich sollte gemeinsam mit Hannah und Marc fliegen, worüber ich sehr froh war, denn alleien hätte ich das ganz sicher nicht gepackt. Beim Verabschieden flossen nochmal die Tränen, jedoch nicht bei mir. Ich kann nichtmal richtig beschreiben, was ich gefühlt habe, aber ganz bestimmt habe ich nicht realisiert, dass ich in diesem Moment nach Hause fliegen sollte. Es war kaum vorstellbar, wie ein Traum so zu sagen! Es ging durch die Sicherheitskontrolle und dann auch schon ziemlich bald ins Flugzeug. Hannah hat mit meinem Sitznachbar den Platz getauscht, sodass wir glücklicherweise nebeneinander sitzen konnten. Der erste Flug von Winnipeg nach Toronto war relativ kurz, er dauerte gerade einmal 2,5 Stunden, sodass die Zeit sehr schnell um ging. In Toronto mussten wir dann ca. vier Stunden warten, die mit Essen, Skypen und Musik hören verbracht wurden. Aber alleine schon um zu unserem 'gate' zu gelangen, brauchten wir ganze 40 Minuten. Ein riesen Teil dieser Flughafen!!! Als es zum boarding ging, mussten Hannah und ich uns leider trennen, da wir in verschiedenen Abteilen sitzen sollten. Im Flugzeug haben wir dann mit Macht und Gewalt versucht irgendwie die Plätze zu tauschen. Die einen wollten jedoch nicht vom Fenster weg und die anderen sich nicht von ihrer Familie oder von ihren Freunden trennen. Ich sollte ursprünglich an einem Platz sitzen, der weder über einen Bildschirm, noch über eine Steckdose verfügte, da er sich genau am Notausgang, am Anfang des Abteils befand. Letztendlich konnten wir allerdings doch noch tauschen, sodass wir zusammensaßen. Das Essen in '"Air Canada" war zwar mehr oder weniger ekelhaft, aber im Großen und Ganzen war der Flug okay, wenn auch sehr lang. Da unser Flieger Verspätung hatte, wurden die Anschlussflüge per Lautsprecher durchgegeben. In Frankfurt angekommen habe ich dann noch ein Mädchen getroffen, welches mit mir zusammen (so dachten wir zumindest) nach Hamburg fliegen sollte. Wir haben uns also zu unserem durchgegebenen 'gate' begeben und dort gewartet. Als das 'boarding' zur geplanten Zeit und auch zehn Minuten später allerdings nicht losging, wurden wir stutzig. Wir checkten beide noch einmal unsere Flugtickets und stellten mit großem Schock fest, dass Nina ihren Flug schon verpasst hatte. Ich fragte also den Mann, der neben mir saß, wo denn der Flug hingehen würde. Die Antwort lautete: München!! Auch ich bekomme langsam Panik, da mein Flieger in zwanzig Minuten starten sollte und ich mich in einem der größten Flughäfen befand. Ich dachte nur "scheiße, das schaffst du nicht, wie sollst du so schnell dein 'gate' finden? das ist alles so weit entfernt voneinander hier...scheiiiße!!" Ich frage also den nächstbesten Mitarbeiter wohin ich denn jetzt müsste, dieser hatte allerdinsg keine Ahnung. Er gab mir eine Nummer, die ich wählen musste, wo ich dann Gott sei Dank Auskunft erhielt. Nina habe ich dabei total aus den Augen verloren, ich weiß bis heute nicht, ob sie gut angekommen ist. Ich rannte also zu meinem richtigen 'gate', gerade rechtzeitig, ich war eine der letzten, die noch kam. Der Flieger war der kleinste, es gab keinen Bildschirm und man saß teilweise schon halb bei seinem Sitznachbar auf dem Schoß. Meinem Fensterplatz konnte ich kaum genießen, da ich auf der einen Seite einach nur noch hundemüde, auf der anderen Seite jedoch total aufgeregt war. Ich versuchte noch ein bisschen meine Augen zu zu machen, allerdings ging der Flug so schnell um, dass das kaum möglich war. Es war ein wenig komisch, dass alles wieder auf Deutsch war und ich habe der 'stewardess' automatisch auf Englsich geantwortet, sodass sie dachte, ich käme woanders her, glaube ich. Als wir dann gelandet sind, traf es mich wie ein Blitz - ich war zu Hause!!!!! Mir kamen vor Erschöpfung und Freude fast die Tränen und ich wollte nur noch raus aus dem Flieger und rein in die Arme meiner sehnsüchtig wartenden Familie und Freunde. Als ich zur Gepäckausgabe kam, wo schon einige Leute warteten, dachte ich erst, meine Familie wartet am falschen Platz, da ich sie nirgens entdecken konnte. Ich habe erstmal meine beiden Koffer entgegen genommen und dann stand ich da und wusste nicht wohin. Ich wollte schon meine Mum anrufen, jedoch war mein Akku leer. Ich habe dann einfach den nächstbesten Ausgang genommen und da stand sie. Meine ganze Familie und Patrizia und Lynn, das ganze inklusive Plakate. Es war total schön alle nach einem halben Jahr wiederzusehen und in die Arme zu schließen. Es flossen ein paar Tränen und es wurden Fotos geschossen. Dann ging es nach Hause, wo ich dann endlich meinen Guschi wiedersehen sollte. Wir haben noch gegrillt und dann musste ich jedoch Patrizia und Lynn für zwei Stunden rausschmeißen und mich bei meiner Familie entschuldigen, um mich ein wenig schlafen zu legen. Anschließend kamen die beiden wieder und wir haben gemeinsam meine Koffer ausgepackt und geredet. Um 12 Uhr bin ich dann total fertig ins Bett. Was für eine Reise!!!
Hier noch ein paar Bilder von meinen letzten Tagen, der Graduation, und meiner Rückkehr:
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| Vor der Graduation:) |
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| Marie, Irene, Andrea und ich |
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| Joanne, Bronwyn und Marie |
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| Joanne, Bronwyn, Marie und ich |
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| Joanne |
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| Bronwyn | |
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| Marie |
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| Dennis |
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| Marie |
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| Deutsches Restaurant |
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| Meine letzte Nacht - das totale Chaos! |
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| Marc, Marie, Hannah, ich und Paul |
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| Winnipeg von oben |
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| Wieder zu Hause!:) |